Die Stufen der sozialen Interaktion

Um die soziale Isolation systematisch zu überwinden ist die Kenntnis der verschieden Stufen wichtig um die aktuelle Situation realistisch einschätzen zu können. Vor allem wenn man den Eindruck hat, immer nur auf der Stelle zu treten, kann es eine hiflreiche Stütze sein sich weiterzuentwickeln. Insbesondere für Menschen die sensibel auf Ablehnung reagieren (Rejection Sensitivity Dyphoria) ist die Kenntnis der folgenden 5 Stufen wichtig.

  1. Präsenz und Vertrautheit
  2. Anerkennung und Mikrointeraktionen
  3. Funktionale Interaktion über Objekte
  4. Gemeinsame Aktivität – Zugehörigkeit
  5. Selbstoffenbarung & Vertrauen – Freundschaft

Stufe 1 beschreibt den Mere-Exposure-Effekt, welcher besagt, dass wenn wir jemand öfter sehen, wird uns diese Person sympathischer und die Angst sinkt. Das Nervensystem lernt sich an die Präsenz von Menschen zu gewöhnen auch ohne Interaktion.

In Stufe 2 finden kleine Interaktionen (< 3 Sekunden) wie ein „Hallo“ oder ein kurzes Lächeln statt. Der soziale Muskel wärmt sich auf und hier findet in der Regel keine Ablehnung statt.

Die Stufe 3 ist sehr wichtig, in der man nicht über sich redet sondern über eine Sache. Auch hier sollte noch keine Ablehnung stattfinden, da es um die Sache geht und nicht um den Wert als Mensch. Diese Konversationen dauern nur wenige Minuten.

In Stufe 4 entsteht ein echtes Wir-Gefühl und das passiert oft ohne tiefgreifende Selbstpräsentation. Man erledigt ein Projekt gemeinsam oder in einer Gruppe. Das Handeln steht im Vordergrund und das „Masking“ fällt leichter, weil man auf die Sache fokussiert ist.

Stufe 5 ist der absolute Höhepunkt wo man persönlich aus seinem Leben erzählt. Das kann erst passieren, wenn Stufe 1 – 3 stabil ist. Wenn man zu früh hier anfängt, kann man verletzt werden und zieht sich dann zurück.

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