Jobzufriedenheit und die 40 h Woche

Die Jobzufriedenheit ist entscheidend, da die Arbeitszeit einen Großteil der Lebenszeit ausmacht. Dies hat einen Einfluss auf das tägliche Energielevel und die körperliche Gesundheit. Ein klassisches Arbeitszeitmodell in Deutschland ist die 40 h Woche, wodurch im Monatsdurchschnitt etwa 170 h (7 Tage) und im Jahr 1760 h (73 Tage) gearbeitet werden. Ein wesentlichen Einfluss auf die Zufriedenheit hat das tägliche Energielevel.

Energiemanagement

Jeder Mensch hat individuelle Voraussetzungen und oft lässt sich ein charakteristischer Chronotyp für die tägliche Arbeit identifizieren. So ist es empfehlenswert anspruchsvolle Aufgaben in persönliche Hochphasen zu legen und administrative Tätigkeiten gezielt auf Energietiefs zu verschieben. Nicht immer lassen sich Hoch- und Tiefphasen genau vorhersagen und deshalb kann eine Anpassungsstrategie sinnvoll sein. Frustrierend sind vor allem Tiefphasen wo man sich schnell für das Nichtschaffen und Nichtkönnen verurteilen kann. Gefühlt dauern dann Tiefphasen länger als Hochphasen und die Gefahr zur Ablenkung steigt.

Auch wenn Hochpasen euphorisch sein können ist es wichtig, sich noch Energie zu sparen für eventuelle Tiefphasen. Erst Aufzuhören, wenn man erschöpft ist, kann wie ein Bumerang sein, wo die Energie in späteren Tiefphasen fehlt. Ein vorzeitiges Anhalten bei etwa 80 % der Energie in der Hochphase kann helfen, um den Bogen nicht zu überspannen. Die Hochphasen können dann auch dazu dienen eine Struktur zu schaffen wie z.B. Vorlagen, Checklisten oder ToDo-Listen für Routineaufgaben.

Wenn man Aufgaben starr nach Wichtigkeit abarbeitet steht man dauerhaft unter Hochspannung und fühlt sich wie ein Getriebener. Gedanklich stürzt man sich auf die größte, komplizierteste und dringenste Aufgabe. Beim entlanghangeln von einer hohen Priorität zur nächsten wird das Gehirn kaum entlastet. Priorisierung kann der Orientierung, sollte aber nicht zu einer Dauerbelastung werden. Wichtig ist auch, den externen Druck oder die Entspannung richtig einzuschätzen. In der Industrie gibt es Phasen, wo eine hohe Arbeitsbelastung gefordert ist z.B. beim Troubleshooting, Ramp-up oder Aufgaben mit Fristen. Dagegen gibt es aber auch stabilisierende Phasen, wo das Tempo gedrosselt wird und der Prozess aufrechterhalten wird. EIne Aktzeptanz für dieses Auf und Ab als Teil des normalen Arbeitsrhytmus kann helfen, den Leistungsdruck zu reduzieren.

Überlastung und Erholung

Ein anhaltend hoher Leistungsdruck führt biologisch und psychologisch in eine Leistungsunfähigkeit, weil das Nervensystem und die Psyche die Notbremse zieht um eine weitere Schädigung und Erschöpfung zu vermeiden. Die Handlungsfähigkeit sinkt und es setzt eine Lähmung ein, wenn die Reserven erschöpft sind. Ein dauerhafter Stress hält den Blutdruck und die Herzfrequenz hoch, um das Gehirn mit mehr Sauerstoff und Glukose zu versorgen. Es ist eng verknüpft mit der Ausschüttung von Cortisol (Hormon), was auch die Wirkung von Adrenalin im Körper verstärkt. Das Immunsystem wird heruntergefahren und Schmerzen unterdrückt um länger handlungsfähig zu bleiben. Die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit wird gesteigert, um die Drucksituation zu überstehen. Energie wird von langfristigen Projekten wie der Verdauung oder dem Zellaufbau (Reparaturprozesse) abgezogen um sie für die kurzfristige Notwendigkeit in Gehirn, Herz und Skelett zu kanalisieren. Das Überleben hat dabei eine höhere Priorität als die langfristige Geweberegeneration.

Rechtzeitig zu reagieren bedeutet, auf die Frühwarnsignale des Körpers zu hören, bevor die Überlastung eintritt. Ein Erkennen der feinen Anzeichen und das Ergreifen von Gegenmaßnahmen verhindert hoffentlich einen Absturz in die vollständige Erschöpfung. Erste Symptome können muskuläre Verspannungen oder eine zunehmende Gereiztheit sein. Im späteren Verlauf können daraus gesundheitliche Probleme beim Schlaf, der Verdauung oder höheren Infektanfälligkeit entstehen.

Um das Nervensystem von der Bildschirmarbeit zu erholen empfehlen sich regelmäßige Pausen z.B. bei einem Spaziergang an der frischen Luft. Neben größeren Pausen sind auch sogenannte Mikro-Pausen wichtig, um eine Überhitzung in Hochphasen zu vermeiden.

Zufriedenheit

Da die Zufriedenheit durch sichtbare Ergebnisse wächst, ist es sinvoll die erfolgreichen Handlungen zu registrieren. Das kann durch ein Erledigt-Journal geschehen, wo 2 bis 3 abgeschlossene Aufgaben aufgeschrieben werden.

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