Nahbarkeit im sozialen Kontext

Die soziale Nahbarkeit ist die Wahrnehmung einer Person, emotional, kommunikativ offen und erreichbar zu sein.

Wie entsteht Nahbarkeit?

Eine wesentliche Voraussetzung ist die nonverbale Kommunikation wie Blickkontakt, eine zugewandte Körperhaltung oder auch eine ruhige Stimme. Ergänzt wird das durch aktives Zuhören, Empathie und das Interesse an der anderen Person. Das kann durch offene Fragen passieren wie z.B. „Wie läuft das neue Projekt bei euch?“ oder „Wie war dein Wochenende?“.

  • offene Fragen stellen
  • Unperfektion zulassen
  • Präsenz zeigen

Auch das Zulassen von Unperfektion ist ein wesentlicher Faktor für Nahbarkeit. Der Patzer-Effekt (Pratfall Effekt) erklärt das Phänomen, dass kompetente Menschen sympatischer und beliebter sind, wenn sie kleine menschliche Fehler machen oder Unsicherheiten offenbaren. Bei Nicht-Wissen einer Antwort kann das der Kommentar sein: „das weiß ich gerade nicht, da muss ich nachschauen“. Oder auch beim Herunterfallen eines Gegenstandes wo man beiläufig erwähnt: „meine Feinmotorik ist heute noch nicht wach“.

Der Präsenz-Modus ist etwas anderes als der Performance-Modus. Eine hohe Daueranspannung entsteht im Performance-Modus, wenn die mentale Kamera immer auf einen selbst gerichtet ist. So stellt man sich die Frage „wie stehe ich gerade da“ oder „klingt meine Stimme wackelig“. Im Präsenz-Modus wird die innere Selbstbeobachtung reduziert, um die daraus resultierende mentale Erschöpfung zu minimieren. Die innere Kamera wird nach außen gerichtet und der Fokus des Gehirns umgelenkt.

  • visuell: den Gegenüber im Gespräch z.B. die Handbewegung beobachten oder auf neutrale Details achten wie z.B. die Kleidung
  • akustisch: im Gespräch auf den Tonfall, des Sprechtempo und mögliche Atempausen achten
  • haptisch: persönlich im Raum verankern z.b. durch spüren des eigenen Körpergewichts auf einem Stuhl oder das Gefühl eines Untergrunds unter den eigenen Fingern oder der Kontakt der Füße über die Sohlen zum Boden

Die Bedeutung von Nahbarkeit

Im privaten Umfeld ist Nahbarkeit wichtig um tiefere emotionale Beziehungen zu ermöglichen und das Vertrauen in eine Person zu steigern. Im beruflichen Umfeld ist es die Fähigkeit menschlich ansprechbar und vertrauensvoll zu sein. Es ist das Gegenteil von Distanz, starkem Hierarchiedenken oder festgelegten Abläufen. Nahbare Kollegen sind offener für Fragen, stehen sich eher Fehler ein oder bringen auch gerne Ideen mit ein.

Schreibe einen Kommentar